IRONMAN Interviews

8 Fragen an die österreichische Triathlon-Kaiserin Eva Wutti

TRI226 | 4. April 2014

Eva Wutti im Ziel beim IRONMAN 70.3 Germany 2011 (2. Platz) | © Ingo Kutsche / www.sportfotografie.biz

© Ingo Kutsche / www.sportfotografie.biz

2011 machte die derzeit beste österreichische Triathletin Eva Wutti im Alter von 22 Jahren erstmals international auf sich aufmerksam, als sie beim IRONMAN 70.3 Germany Platz 2 belegte. Die Saison 2012 verlief weniger zufrieden stellend. Auch 2013 sah es zunächst nicht gut aus, als Eva's Langdistanzdebüt im Juni mit einer großen persönlichen Enttäuschung endete: Ausgerechnet ihr Heimrennen, den IRONMAN Austria in Klagenfurt, musste sie bereits während des Radabschnitts wegen Dehydrierung vorzeitig beenden. Doch Eva hatte ihre Lektion gelernt und überraschte die Triathlonszene, als sie 7 Wochen später den IRONMAN Copenhagen und im Oktober auch die Challenge Barcelona gewinnen und sich somit erfolgreich auf der Langdistanz rehabilitierten konnte.
Neben dem Triathlon absolviert die fleißige 25-jährige Kärntnerin in Wien ein Studium der Rechtswissenschaften.

 

Eva Wutti

TRI226: Eva, bevor Du zum Triathlon kamst, warst Du Mittelstreckenläuferin. Mit welchem Erfolg hast Du diesen Sport betrieben?

Eva: Ich bin hauptsächlich 1.000, später dann 800 Meter gelaufen. Im Alter von 10 bis 14 bin ich auch noch geschwommen. Daran hatte ich aber nie richtig Freude, weil ich für eine Spezialschwimmerin eigentlich immer zu langsam war - es ist ja heute immer noch meine entwicklungsfähigste Disziplin, allerdings mit dem Unterschied, dass ich nun sehr gerne schwimme. In meine Schüler-/Jugend- und Juniorinnenzeit wurde ich vielfache Kärntner Meisterin, war in meiner Klasse in Österreich immer unter den Top 3. Zudem war ich Kaderathletin. Mit 16 Jahren bin ich die 800 Meter in 2:16 Minuten gelaufen und mit 17 die 1.000 Meter in 3:01 Minuten. Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit von der ich heute glaube, dass ich davon noch sehr viel profitiere. Vor allem deshalb, weil ich bis zum Alter von 16 nicht wirklich spezifisch trainiert habe.

TRI226: Wie bist Du von der Leichtathletik zum Triathlon gekommen?

Eva: Durch Zufall kam ich 2008 (da war Eva 19 Jahre alt, Anm. d. Red.) erstmals mit Triathlon in Berührung. Zum Spaß bestritt ich einen Aquathlon und in weiterer Folge auch einen Triathlon, trainierte aber eigentlich hauptsächlich noch für Leichtathletikbewerbe. Grundsätzlich fand ich von Anfang an gefallen an diesem Sport, allerdings war ich vom Gedanken, die Sportart zu wechseln, nicht wirklich begeistert. Ich hatte nämlich im Sommer 2007 bis Februar 2008 aufgrund von Motivations- und Trainierproblemen eine Sportpause eingelegt und gerade erst wieder ein relativ gutes Leistungsniveau für den Mittelstreckenlauf erreicht. Der Gedanke wieder alles hinzuschmeißen gefiel mir nicht, daher zögerte ich relativ lange und ging daher nur zum Ausgleich schwimmen und hin und wieder Rad fahren.

TRI226: Seit wann betreibst Du Triathlon auf einem hohen Niveau bzw. professionell?

Eva: Seit 2010 trainiere ich gezielt und unter Anleitung eines Trainers. Seit 2012 trainiere ich unter der Leitung von Ralf Ebli. Dadurch wurde alles noch einen Schritt weit professioneller. Wir arbeiten sehr gut zusammen und verstehen uns ausgezeichnet. Meisten muss Ralf mich bremsen, weil ich immer mehr trainieren möchte. Zudem bin ich seit 2011 im Team Erdinger Alkoholfrei, welches auch sehr professionell arbeitet und jeden Athleten versucht bestens zu unterstützen. Ich profitiere extrem von den Erfahrungen meiner Teammitglieder und das gemeinsame Training macht unheimlich Spaß.

TRI226: Welches war bisher Dein bestes Triathlonrennen?

Eva: Die Challenge Barcelona 2013 war für mich persönlich das schönste Rennen, weil mein Bruder und viele meiner Freunde dabei waren und mich lauthals angefeuert haben. Sie haben nach dem Rennen die ganze Nacht durchgefeiert und sich unheimlich über den Sieg gefreut. Ich selbst ging übrigens schon um 1:00 Uhr ins Bett, weil ich so müde war.

TRI226: Welches sind Deine wichtigsten sportlichen Ziele 2014 und längerfristig?

Eva: In diesem Jahr wären eine gute Platzierung beim IRONMAN Frankfurt und die Qualifikation für den IRONMAN Hawaii wunderbar.
Längerfristig hoffe ich gesund zu bleiben, mich konstant weiterzuentwickeln und hoffentlich eines Tages den IRONMAN Hawaii zu gewinnen.
Außerdem würde ich gerne mal am Triathlon "Escape from Alcatraz" (Triathlon in San Fransisco / USA über 2,4 km Schwimmen / 29 km Radfahren / 12,9 km Laufen - Anm. d. Red.) teilnehmen. Das ist ein Rennen, das mich voll und ganz fasziniert. Der untypische Rennverlauf macht es gerade so interessant für mich. Es ist eine Herausforderung, und das macht Spaß.

TRI226: Absolvierst Du eine wichtige Kerneinheit in der unmittelbaren Vorbereitung auf eine Langdistanz?

Eva: Normalerweise versuche ich 2 bis 3 Wochen vor einer Langdistanz noch eine Kurzdistanz zu bestreiten. Ein Wettkampf ist immer besser als Training. Natürlich ist es bis zu einem gewissen Grad immer schon ein Hinweis darauf, wie gerade die Form ist, wobei man das Ergebnis dann auch nicht als absolut nehmen darf. Ich persönlich finde es auch immer wichtig auf seinen Körper zu hören. Generell finde ich es wichtig, das Körperempfinden zu trainieren und sich nicht immer stur auf Puls und Wattwerte zu verlassen.
Eine Woche vor der Challenge Barcelona im letzten Jahr hatte ich bei einer Koppeleinheit einen totalen Einbruch auf dem Rad. Ich hatte massive Probleme mit der plötzlichen Hitze und es gerade noch zurück ins Hotel geschafft; der Anschlusslauf war natürlich kein Thema mehr. Danach habe ich den Fokus schlicht und einfach auf Erholung und gute Verpflegung gelegt. Jeder Tag ist anderes und wegen einer Trainingseinheit mache ich mich nicht verrückt. Was zählt sind die gesamten Einheiten davor und nicht jene, welche ich eine Woche vor dem Rennen mache.

TRI226: Regeneration ist sehr wichtig. Wie viele Stunden schläfst Du in einer normalen Nacht?

Eva: Ich versuche jede Nacht mindestens 8 Stunden zu schlafen. Die brauche ich. Wenn ich zu Hause in Wien bin, stehe ich gewöhnlich kurz vor 6 auf, um rechtzeitig beim Schwimmtraining um 6:45 Uhr zu sein. Während des Tages schlafe ich nie, dazu habe ich keine Zeit.

TRI226: Gibt es eine andere Sportart, die Dich reizen würde?

Eva: Da gibt es viele. Früher wollte ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin werden, heute habe ich überhaupt keine Zeit mehr um eine einzelne Reitstunde in der Woche zu nehmen. Gerne würde ich auch einmal Surfen ausprobieren.

 

Profil von Eva Wutti

Geburtsdatum:26.02.1989
Nationalität:Österreich
Größe:1,71 m
Gewicht:60 kg
Ausbildung:Studium der Rechtswissenschaften in Wien
Triathlon seit:2009

 

Die bisher größten Erfolge von Eva Wutti

2013

1. Platz Challenge Barcelona
2. Platz IRONMAN 70.3 Zell am See
1. Platz IRONMAN Copenhagen

2011

2. Platz IRONMAN 70.3 Germany

 

Ergänzende Informationen

» IRONMAN Top-10-Konto von Eva Wutti
» Offizielle Website von Eva Wutti: evawutti.at
IRONMAN Top-10-Konto

Wie viele Siege/Top-10-Platzierungen

hat: 

[ Nachname Athlet/-in ]

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